Jess Jochimsen

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"Heute wegen gestern geschlossen"

Jess Jochimsen will nachdenken. An seiner Stammkneipe hängt ein Schild: „Heute wegen Gestern geschlossen.“ Das bringt es auf den Punkt. Im Kleinen wie im Großen. Weil gestern alles zu viel war, machen wir heute zu: den Laden, die Grenzen, Amerika – „Sorry, we’re closed.“ Aber Zusperren und Hoffen, dass alles so wird wie früher, ist kein Plan. Und langweilig ist es obendrein. Also macht sich der Freiburger daran herauszufinden, was gestern wirklich war. Wie raubt man der Dummheit den Nerv? Zurückgelehnt und entschleunigt dreht Jochimsen den Rechthabern den Ton ab und beweist, was Satire alles sein darf: anrührend, klug, musikalisch und nicht zuletzt sehr lustig. Feiern, als ob es ein MORGEN gäbe!

"Für die Jahreszeit zu laut"

Die Welt könnte schön sein. Wäre da nicht der Mitmensch. Der in einer Tour herumfuhrwerkt und seine Ansichten unangenehm und ohne Unterlaß in seine Umgebung krakeelt. Oder, wenn diese längst geflohen ist, in irgendein Gerät. Egal ob in Politik, Medien oder Nachbarschaft, wohin man sich auch wendet, die Bescheidwisser und Tonangeber warten schon und hausmeistern einen an. Jess Jochimsen begegnet dem krisensatten Marktgeschrei auf seine Weise. Zurückgelehnt und entschleunigt dreht er den notorischen Rechthabern und Ratgebern den Ton ab und macht sich auf die Suche nach den Geschichten, die im Radau untergehen. Er singt Lieder über den ganzjährigen November, zeigt hanebüchene Dias aus deutschen Vorstädten und erzählt. Von daheim und unterwegs. Von dem, was anliegt. Von der trotzigen Würde der Kellerbewohner, zum Beispiel, aber auch von der schönsten Liebeserklärung aller Zeiten. Für sein „wütendes Kabarett der leisen Töne“ (taz) ist Jochimsen vielfach ausgezeichnet worden, weil es poetisch, genau und anrührend ist – und nicht zuletzt: sehr komisch. Neben Akkordeon, Gitarre und Diaprojektor hat der Freiburger diesmal auch seine beiden jüngsten Bücher im Gepäck, „Was sollen die Leute denken“ und „Krieg ich schulfrei, wenn du stirbst?“, womit zwei wichtige Fragen schon mal gestellt sind. Weitere folgen. FÜR DIE JAHRESZEIT ZU LAUT ist der Versuch, dem großen Geklapper zu entkommen und dabei Haltung zu bewahren. Ein Mißtrauensvotum gegen Lärmmacher aller Art.

 
 
 
"Zukunft" - Thomas Maurer